Dank Torspektakel gegen Norwegen im Viertelfinal

WM in Göteborg 

Die Schweizer Unihockey-Nati gewinnt ihr letztes WM-Gruppenspiel gegen Norwegen mit 10:7 und steht damit ungeschlagen im Viertelfinal. Für den Gruppensieg reichte es aber trotzdem nicht.

Die Schweiz konnte gegen Norwegen zehnmmal jubeln.
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Die Schweiz konnte gegen Norwegen zehnmmal jubeln.

© Fabian Trees

Es war ein Krimi, das dritte WM-Gruppenspiel der Schweizer Nati an der Weltmeisterschaft in Göteborg. Während sich die beiden Teams im ersten Drittel noch abtasteten, fielen im Mittelabschnitt die Tore nahezu im Minutentakt. Zweimal konnten die Schweizer einen Vorsprung von drei Treffern herausholen – nämlich zum 4:1 und 6:3 – doch die Norweger blieben hartnäckig und zogen immer wieder nach. Richtig heiss wurde es, als der 38-jährige norwegische Routinier Willy Fauskanger kurz vor der zweiten Pausensirene innerhalb von acht Sekunden auf 5:6 aus Sicht der Nordländer verkürzte.

Die Entscheidung musste also im Schlussdrittel fallen. Und hier ging es in ähnlicher Manier weiter. Zuerst setzte sich Michael Zürcher mit einem Shorthander zum 7:5 in Szene, ehe die Norweger noch im selben Powerplay den Abstand wieder verkürzten. Das Team von Cheftrainer Johnny Petersen witterte wenig später seine Chance – schliesslich durften sich der Underdog im Falle eines Sieges Hoffnungen auf eine direkte Viertelfinalqualifikation machen – nahm sein Time-out und ersetzte den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Das Risiko war allerdings zu hoch: Manuel Maurer nutzte dreieinhalb Minuten vor Schluss die Gelegenheit und traf zum 8:6 ins leere Tor. Die Entscheidung war das aber noch nicht. Denn nur acht Sekunden später jubelten schon wieder die Norweger. Die Luft war zum Zerreissen gespannt. Bei 59:17 dann die Erlösung: Manuel Maurer mit seinem zweiten Treffer des Tages sorgte für die Entscheidung, Nico Scalvinoni traf in der Folge dann noch zum 10:7 ins leere Tor.

„Immer an den Sieg geglaubt“

„Wir haben immer an den Sieg geglaubt. Am Schluss mussten wir noch etwas kämpfen. Aber als sie den Torhüter rausnahmen, konnten wir noch zwei Tore erzielen und hinten dicht machen“, sagt Michael Zürcher nach der Partie und fügt an: „Ich bin froh, dass wir noch ein paar Tore Unterschied herausspielen konnten, damit es die Tschechen jetzt auch noch ein wenig schwer haben.“

Die Schweiz steht mit fünf Punkten aus drei Spielen ungeschlagen im Viertelfinal. Für den Gruppensieg reichte es aber trotzdem nicht: Tschechien bezwang im Anschluss Estland mit 12:2 und sicherte sich dank dem besseren Torverhältnis den ersten Platz. Somit spielt die Schweiz am Freitag um 19 Uhr gegen Lettland ihren Viertelfinal.


Norwegen – Schweiz 7:10 (1:1, 4:5, 2:4)

Göteborg, Scandinavium. 732 Zuschauer. SR Skoog/Hamberg (SWE).

Tore: 12. Fauskanger (Gidske; Ausschluss Fankhauser) 1:0. 16. Fankhauser (Scalvinoni) 1:1. 25. (24:34) Gerber (Antener; Ausschluss Bjerknes) 1:2. 25. (24:46) Ch. Meier (Zürcher) 1:3. 27. (26:14) Bolliger (Zürcher) 1:4. 27. (26:23) Eigentor Schweiz 2:4. 34. (33:02) Antener (Maurer) 2:5. 34. (33:44) Fauskanger (Kronberg) 3:5. 38. C. Hofbaurer (Maurer) 3:6. 40. (39:47) Fauskanger (Kronberg, Ausschluss Kuchen) 4:6. 40. (39.55) Fauskanger (G. Evensen) 5:6. 49. Zürcher (Ausschluss Stucki!) 5:7. 50. Skau Jansson (Olesen; Ausschluss Stucki) 6:7. 57. (56.20) Maurer 6:8 (ins leere Tor). 57. (56:28) Vidar Pedersen 7:8. 60. (59:17) Maurer (Bolliger) 7:9. 60: (59:48) Scalvinoni (Zürcher) 7:10 (ins leere Tor).

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Norwegen, 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Norwegen: Ronnmark; E. Evensen, Gidske; Rognlien, Gustavsen; Vidar Pedersen, Nielsen De Santana; Kvisvik, Martinsen; Fauskanger, Kronberg, G. Evensen; Skau Jansson, Bjerknes, Olesen; Torps, Hoff Eriksen, Nilsson.

Schweiz: P. Meier; Kuchen, Graf; Friolet, Stucki; Bolliger, C. Meier; Schmocker, Gerber; Scalvinoni, M. Hofbauer, Fankhauser; Antener, C. Hofbauer, Maurer; Mendelin, Zürcher, Zimmermann; Engel.


Video-Interview mit Michael Zürcher


Die Bilder zum Spiel


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